ANFANGE DER GEMEINDE DES HEILIGEN JOSEPH


Die Gemeinde des Heiligen Joseph wude 1990 als Minsker griechisch-katholische Vereinigung gegrundet. Damit wurde sie zur Nachfolgerin der griechisch-katholischen Gemeinden von Minsk, die im 19. Jahrhundert liquidiert wurden. Zuerst mochte ich gerne ein paar Worte uber den ersten Seelsorger der Gemeinde Vater Jan Matusievic sagen.

Vater Jan Matusievic war ein sehr lebhafter, gutherziger und frohlicher Mensch. Er wurde 1948 im Dorf Komienka, Gebiet Minsk geboren. Als Kind wurde er im byzantischen Ritus getauft. Vater Jan studierte an der Regieabteilung der Belarussischen Staatlichen Hochschule fur Theater und Kunst. Danach arbeitete er in den Kulturpalasten von Minsk. In jenen Tagen traumte er vom Priesteramt, was damals nur sehr schwer zu verwirklichen war. Auf Empfehlung seines Beichtvaters Jan Takarski beschloss er, auf das Othodoxe Priesterseminar in Smolensk zu gehen.

Nach dem Abschluss des Priesterseminars im Laufe von 5 Jahren war Vater Jan Priester in den Gemeinden von Smolensk und Minsk. Der Drang nach Einheit, der Wunsch, sein Amt in der Heiligen Katholischen Kirche auszuuben, fuhrte ihn nach Polen, wo er sich zum katholischen Glauben bekannte und den Kurs des katholischen Priesterseminars extern absolvierte. Seit Ende 1979 ist er Priester der romisch-katholischen Gemeinde im Dorf Baruny, Kreis Oschmjany. Das ist ein bedeutendes Ereignis im Leben von Vater Jan, weil Baruny eines der historischen griechich-katholischen Zentren in Belarus ist.

Dort befinden sich das riesige Gebaude des ehemaligen Basilianerklosters, die ehemalige griechisch-katholische Kirche, die unierte Wunderikone der Gottesmutter von Baruny. Das tagliche Gebet vor dieser Ikone, standiger Kontakt mit Basilianern von der Ukraine, Reise zusammen mit Vater Uladyslau Carniauski nach London mit dem Besuch der Belarussischen Mission im Jahre 1988, wo der Gottesdienst in der byzantischen Peter-Paul-Kirche des Marianerhauses zelebriert wurde all das fuhrte zu entsprechenden Ergebnissen.

Seit 1988 begann Vater Jan, Gottesdienste in der belarussischen Sprache zu zelebrieren. Baruny wurde zum Pilgerort fur die Intelligencija aus ganz Belarus. Junge Leute, die als Kinder nicht getauft wurden, wollten das Sakrament der Taufe von Vater Jan Matusievic empfangen. Ausgerechnet damals, von 1988 bis 1990 fanden in Baruny Taufen im byzantischen Ritus statt. Am 12. November 1989 nahmen die Unierten, vor allem Jugendliche und Intelligencija, am Fest des Heiligen Jazafat in Baruny teil.

Obwohl Vater Jan den Gottesdienst im lateinischen Ritus zelebriert hat, kann man dieses Ereignis als erste Aktion der Unierten in Minsk betrachten. Einer der wenigen Autoritaten der jungen Generation der Wiedergeburt Michal Todaravic Dubianecki war Inspirator der jungen Leute.

Ende 1989 Anfang 1990 begann eine Gruppe von Jugendlichen, am ersten griechisch-katholischen Magazin der Nachkriegszeit Unija zu arbeiten. Den Kern der Gruppe bildeten Siarzuk Ablamiejka, Iryna Dubianieckaja, Karalina Mackievic u.a. Zugleich etablierte sich die Vereinigung Unija, die im Juli 1990 als Zelle der Gesellschaft fur belarussische Sprache registriert wurde.

Zur Vorsitzenden der Zelle, die unter anderem als Ziel die Popularisierung der Idee von der Union unter Belarussen hatte, wurde Iryna Dubianieckaja gewahlt. Am 10. 16. Marz 1990 kam Vater Aliaksandar Nadsan nach Belarus mit einer Fracht von humanitaren Gutern fur die Kinder aus dem Gebiet Gomel. Er traf mit der Gruppe von Jugendlichen zusammen, die sich Vereinigung Unija nannte. Dieses Treffen, das in der Wohnung von Siarzuk Ablamiejka stattfand, war ausschlaggebend die jungen Leute verstanden, dass sie nicht allein waren. In Person von Vater Aliaksandar fanden sie den Nachfolger unserer gro?en Kirchenvater wie Bischof Caslau Sipovic, Archimandrit Leu Haroska, Priester Jazep Hiermanovic und zahlreicher anderer.

Am Sonntag, den 11. Marz 1990, zelebrierte Vater Aliaksandar gottliche Liturgie von Johannes Chrysostomos in der katholischen Kirche der Kreuzerhohung auf dem Kalvarija-Friedhof. Sie wurde zur ersten griechisch-katholischen Liturgie der Nachkriegszeit in Belarus. Im August 1990 fand im Haus der Schriftsteller die Prasentation der ersten Ausgabe des Magazins Unija statt, deren Grunder Siarzuk Ablamiejka und Chef-Redakteurin Iryna Dubianieckaja waren. Zusammen mit Karalina Mackievic verfassten sie die wichtigsten Artikel der Ausgabe.

Wahrend der Prasentation waren der Apostolische Visitator fur Belarussen im Ausland Mitroforer Priester Vater Aliaksandar Nadsan und Vater Jan Matusievic Ehrengaste. Ein Telegramm mit seinem Segen und Gru? ubersandte der Metropolit von Lwow und Galizien Uladzimier Sterniuk. Die Jugendlichen fuhrten ein Theaterstuck auf, der Barde Ales Kamocki sang seine Lieder.

Man soll noch ein Treffen der Minsker Jugend erwahnen, das in der Wohnung von Siarzuk Ablamiejka stattfand: das Treffen mit Vater Siarhej Hajek. Vater Siarhiej ist ein Marianer, genauso wie Bischof Caslau Sipovic, Vater Tamas Padziava u.a. Genauso wie sie zelebrierte er Gottesdienste im byzantischen Ritus. Vater Siarhej war zugleich Dozent an der Katholischen Unversitat Lublin. Wahrend des Treffens erzahlte Vater Siarhiej uber den heutigen Stand der Katholischen Kirche in der Welt und beantwortete zahlreiche Fragen der Anwesenden. Anfang September 1990 fand in Lwow die Tagung Ukrainische Jugend Christi statt. Die Jugendlichen unserer Vereinigung nahmen engagiert daran teil.

Am 21. September 1990 fand in den Raumlichkeiten der Gesellschaft der belarussischen Sprache die Versammlung der Gruppe bestehend aus 20 Personen, unter denen solche bekannte Personlichkeiten wie Professor Jury Chadyka, der Publizist Anatol Sidarervic u.a. waren. Zum Vorsitzenden des Kirchenrats wurde der wissenschaftliche Mitarbeiter des Skaryna-Zentrums Siarzuk Ablamiejka.

Die Arbeit an der Registrierung der kirchlichen Vereinigung wurde fortgefuhrt. Laut Gesetzgebung forderte das Minsker Exekutivkomitee eine Bestatigung eines religiosen Zentrums. Das nachstliegende Zentrum ist Lwow, die Hauptstadt der Metropole von Galizien. Am 19. Oktober 1990 hat Metropolit Uladzimier eine Urkunde unterzeichnet, die bestatigte, dass die griechisch-katholische kirchliche Vereinigung von Minsk Teil der Metropole von Galizien war. Dieser Tag gilt als Tag der kanonischen Wiedergeburt unserer Gemeinde.

Vater Andrej Ablamiejka (30.09.2005)

Copyright 2008 .org
.
Design by Zmicier